Wie man unverhofft zu 6kg Äpfeln kommt

Ich war am Arbeiten als es angefangen hat. Zuerst kamen die Kopfschmerzen, dann begannen mir die Gelenke in Beinen und Armen weh zu tun, meine Stirn wurde von Stunde zu Stunde heisser, das Bild auf dem Laptopbildschirm verzerrter. Schliesslich wusste ich kaum mehr wie sitzen, ohne dass mir irgendwas weh tat. Meine Schicht für die NZZ musste ich frühzeitig abbrechen. „Jetzt nur ja keinen Unfall machen auf dem Heimweg“, dachte ich noch, als ich wie im Delirium vom Internetkaffee durch die nächtlichen Strassen Jogjas nach Hause fuhr. Was in den folgenden 3 Tagen geschah, ist mir nur noch in schwacher Erinnerung. Zuhause angekommen, wurde mir nämlich schwindlig, ich kippte um – Ari brachte mich ins Bett. Und dort blieb ich für die nächsten 2 Nächte und 2 Tage liegen. 40Grad Fieber. Ein paar Tage später dann schleppte mich Ari ins Krankenhaus, der Blutcheck war eindeutig: Denguefieber.

Es folgte eine Woche Krankenhaus mit Medis, Infusion und täglichen Blutchecks. Gottlob keine Komplikationen! Nach 7 Tagen kehrte ich – wenn auch noch nicht fit, aber doch immerhin einigermassen stabil – zurück nach Hause, erleichtert wieder bei meinen Liebsten und wieder zurück in unserem gewohnten, schönen Familienalltag zu sein.

Dass wenige Tage später auch Putra und anschliessend auch noch Arun das Gleiche durchmachen würden, hätte ich damals nicht mal gewagt zu denken. Die armen beiden Jungs hatte es aber tatsächlich auch erwischt. Wieder Denguefieber, wieder Krankenhaus, wieder Infusion und Medis, wieder tägliche Blutchecks.

Das war eine Odysse!

Das einzig Gute bzw. Schöne an der ganzen Geschichte; wir wurden von Nachbarn und Freunden, wie es hier so üblich ist, reich mit kiloweise frischen Äpfeln beschenkt. Äpfel geniessen hier, wie auch Birnen und Trauben, den Status einer besonders edlen, speziellen, exotischen (da importiert!) Frucht. Am Fruchtstand wird jeder Apfel einzeln – Stück für Stück – in ein Schaumstoff-Netzchen gehüllt, damit sie gut gepolstert, lange schön und ganz bleiben. Und sie haben ihren Preis. Daher also Äpfel als Geschenk für die armen Kranken… Schliesslich will man für die ja nur das Beste!

Aus unseren 6kg Äpfeln gabs übrigens zwei feine Apfelwähen und viele Gläser voll Apfelmus für die Vorratskammer.

 

Ein Kommentar zu „Wie man unverhofft zu 6kg Äpfeln kommt

  1. Ihr Armen. Da ist unsere derzeitige Familien-Magen-Darm-Grippe gerade nichts dagegen. Ich wünsche euch viel Erholung und eine ruhige Zeit, damit ihr wieder zu Kräften kommt.

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