Idul Fitri


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Es war die Nacht der Nächte. Der Höhepunkt des Jahres. Der Peak und gleichzeitig das Ende des Fastenmonats Ramadan. Der Zauber begann als die Dunkelheit hereinbrach, als aus jeder auch noch so kleinen Moschee im Lande zur gleichen Zeit dieses eine Gebet erklang. Allahu akbar. Ein Gebet, verpackt in einen mystisch anmutenden Gesang, das bis zum Morgengrauen nicht mehr enden sollte. Unaufhörlich. Wie ein Teppich woben sich die Stimmen über den Dächern der Stadt ineinander, übereinander. Sie vibrierten als ein gemeinsames grosses Ganzes. Es schien mir, dass die Männer, die in jener Nacht vor den Mikrofonen der Moscheen sassen, sich in einer Art Trancezustand befanden. Stets darauf erpicht, es nie enden zu lassen, dieses eine grosse gemeinsame Gebet. Wurde es in einer Moschee ruhig, setzte in einer anderen erneut ein Beter an und sang. Nicht eine Sekunde gab es, wo es still ward in der Stadt, auf Java, im Inselreich Indonesien. Und so ging es die ganze Nacht lang, bis dass am Horizont eine schummrig helle Linie den neuen Tag ankündigte. Dann endlich verstummten sie.

Mir schien es noch mittags so, als ob die Stimmen weiter um mich tanzten, waren sie in Wirklichkeit längst verklungen.

3 Kommentare zu „Idul Fitri

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